Rechenschaftsbericht 2016 des Vorstandes

Im Jahr 2016 stand im Mittelpunkt unserer Arbeit wieder die Vorbereitung und Durchführung der BERLINER SOMMER-UNI, die als 31. seit 1985 diesmal gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin zum Thema "Zukunft der Stadt - Herausforderungen für Gesellschaft und Wissenschaft" durchgeführt wurde.

Die im Rahmen des 39. Studienjahres der Seniorenuniversität 2016/17 an der Charité im Oktober begonnene Vortragsreihe "Städtische Lebenswelten im Wandel" setzte mit unterschiedlichen Fragestellungen das Thema der BERLINER SOMMER-UNI fort. Die vorangegangene Vortragsreihe, die im Oktober 2015 begonnen hatte, stand unter dem Motto "Sprache der Künste - ästhetische, emotionale, moralische ... Spielräume" und dauerte bis April 2016.

Die Zusammenarbeit mit dem Sender DRadio Wissen zur Verbreitung von einzelnen Plenar-Vorträgen der BERLINER SOMMER-UNI durch Ausstrahlung von Mitschnitten konnte fortgesetzt werden. Ab März sollen die Sendungen erfolgen.

Unser reges Vereinsleben belegen sieben Mitgliedertreffen sowie die Jahresmitgliederversammlung, auf der die satzungsgemäß alle zwei Jahre durchzuführenden Wahlen im Januar erfolgten.


1. Mitgliederentwicklung
Die Zahl der Mitglieder war am 31.12.2016 mit 181 Mitgliedern gegenüber dem Vorjahr (183) fast stabil. Wir hatten mit Frau Ursula Kleinert, Mitglied seit 1992, einen Todesfall und einen weiteren Todesfall aus dem Jahr 2015 mit Frau Ute Riechert, Mitglied seit 1998, der uns erst im vergangenen Jahr bekannt wurde. Es gab weitere Mitglieder, die aus Alters- und Gesundheitsgründen ausgeschieden sind oder keinen Grund angegeben haben. Wir konnten dies knapp durch 12 Neueintritte, vor allem anlässlich der SOMMER-UNI, ausgleichen.


2. Vorstandstätigkeit, Beirat und Geschäftsstelle
Am Anfang des Jahres gehörten zum Vorstand Traugott Klose als Vorsitzender, Jochen Denzin als Stellvertretender Vorsitzender, Carl Brodersen als Schatzmeister, Maria Romberg als Schriftführerin und Renate Mehta als weiteres Vorstandsmitglied für unsere Vortragsreihe an der Charité. Auf der ordentlichen Jahresmitgliederversammlung am 30.01.2016 erfolgten die alle zwei Jahre durchzuführenden Wahlen. Nach langjährigem erfolgreichen Engagement standen Jochen Denzin und Renate Mehta für die Arbeit im Vorstand nicht mehr zur Verfügung. Traugott Klose hatte sich entschlossen, den Vorsitz abzugeben.

Gewählt wurden als Vorsitzender Ferdinand Nowak, als Stellvertretender Vorsitzender Traugott Klose, wiedergewählt als Schatzmeister Carl Brodersen sowie als Schriftführerin Maria Romberg. Die Benennung von Margot Weiß durch den Vorstand für die Betreuung der Vorlesungsreihe an der Charité bestätigte die Mitgliederversammlung.

Dem Beirat der BERLINER AKADEMIE gehören Prof. Dr. Harm Kuper (Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Aiga von Hippel (Humboldt-Universität zu Berlin), Dr. Gabriele Wendorf (Technische Universität Berlin) und Prof. Dr. Johannes W. Erdmann (Universität der Künste) an.

Der Vorstand trat zu neun Sitzungen zusammen. Die Planungsgruppe für die Vorbereitung der 31. BERLINER SOMMER-UNI traf sich neun Mal. Neben dem Vorstand nahmen an den Sitzungen Helmut Bott, Anne Hansi, Renate Mehta, Monika Wulff und Helga Zumnorde teil.

Die Entscheidung für den neuen Sitz der Geschäftsstelle auf dem Campus Lankwitz der FUB hat sich in jeder Hinsicht bewährt. Den Dienst in der Geschäftsstelle nehmen weiterhin an Dienstagen Ingrid Zachow und an Freitagen Ingeborg Muckenheim wahr.


3. BERLINER SOMMER-UNI
Die 31. BERLINER SOMMER-UNI 2016 hatte das Thema "Zukunft der Stadt - Herausforderungen für Gesellschaft und Wissenschaft" und wurde gemeinsam mit der Technischen Universität Berlin in der Zeit vom 29. August bis 4. September 2016 im Hauptgebäude der TUB, Straße des 17. Juni 135, Berlin-Charlottenburg ausgerichtet.

Es gab 287 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter 25 auswärtige Teilnehmende (außerhalb der Region Berlin). Sieben Teilnehmende konnten Bildungsurlaub in Anspruch nehmen. Die weit überwiegende Zahl stammt nach wie vor aus dem Kreis der Mitgliedschaft, Freunden und Bekannten sowie früheren Teilnehmenden, die wie in jedem Jahr mit dem Programmheft per Post eingeladen werden. Öffentlichkeitsarbeit und Werbung bewegten sich insgesamt auf früherem Niveau, wobei mit der TUB auch hier ein engagierter Partner mitwirkte. Es ist nach wie vor noch nicht gelungen, eine größere Zahl Teilnehmender neu zu gewinnen, wie es anderen Institutionen mit vergleichbarem Angebot durchaus gelingt.

Frau Dr. Gabriele Wendorf, Wissenschaftliche Geschäftsführerin des Zentrums Technik und Gesellschaft und ehemalige Vizepräsidentin, vertrat die TUB in der Kooperation und mit ihr gemeinsam gelang es, herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, überwiegend aus der TUB, für die jeweils zwei, am Montag drei, Vorträge an den Vormittagen zu gewinnen. An vier Nachmittagen wurden neben fachlichen Ergänzungen und vertiefenden Veranstaltungen auch thematisch orientierte Besichtigungen und Führungen angeboten, insgesamt waren es 19. Am Eröffnungstag begrüßte in Vertretung des Präsidenten Frau Prof. Dr. Angela Ittel, Vizepräsidentin der TUB, die Teilnehmenden und betonte die Tradition der guten Zusammenarbeit bei der Präsentation des in der Universität erarbeiteten und diskutierten Wissens im Rahmen der BERLINER SOMMER-UNI.

Ein Eröffnungskonzert von AQUABELLA mit "AYADOOEH! - Hits der Weltmusik" und eine musikalische Opernreise "Oper mal anders - Leonard Bernstein: West Side Story" rundeten das Programm ab und fanden begeisterten Zuspruch.

Den Abschluss bildete am Sonntag die Exkursion in die Lutherstadt Wittenberg und bot so einen Vorgriff auf das Luther-Jahr 2017 für 100 Teilnehmende. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten der Stadt gehörten auch Vater und Sohn Lucas Cranach sowie Philipp Melanchthon, die durch kompetente Führungen angemessen vorgestellt wurden. Auf der Rückfahrt wurde das sehenswerte Treuenbrietzen durch ebenso inhaltsreiche wie unterhaltsame Ausführungen von Stadtbilderklärerinnen präsentiert.


4. Vortragsreihe
Zwischen Februar und April 2016 gab es sechs weitere Vorträge unserer Reihe "Sprache der Künste - ästhetische, emotionale, moralische... Spielräume" im 38. Studienjahr der Seniorenuniversität an der Charité. Die Vortragsreihe wurde von Renate Mehta verantwortet und in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Johannes Erdmann organisiert und moderiert. Die Veranstaltungen waren gut besucht, Vorträge, Referentinnen und Referenten fanden Interesse und Zustimmung. Am 27. April 2016 wurde Renate Mehta verabschiedet und Margot Weiß als Nachfolgerin für unsere Vortragsreihe an der Charité vorgestellt.

Am 28. September 2016 wurde das 39. Studienjahr der Seniorenuniversität an der Charité feierlich durch den Dekan der Charité, Prof. Dr. Axel R. Pries, eröffnet. Professor Pries erwähnte die Vielfalt interessanter Vorträge zum Thema "Städtische Lebenswelten im Wandel" und die namhaften Referenten und Referentinnen ganz unterschiedlicher Institute. Themenwahl und Do-zentengewinnung lag in der Hand von Margot Weiß. Neben den üblichen Werbemaßnahmen wurden wir diesmal durch die Geschäftsstelle des WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung globale Umweltveränderungen) unterstützt, die über ihren Mail-Verteiler auf die Vortragsreihe aufmerksam machte. Vier Vorträge wurden gehalten, zu jeder Veranstaltung kamen ca. 150 Gäste.


5. Mitgliedertreffen
Nach der Mitgliederversammlung am 30.01.2016 mit der Neuwahl des Vorstands gab es im Verlauf des Jahres noch 7 Mitgliedertreffen. Alle fanden - bis auf das Treffen im Juni - in der HU statt.

Wir haben dabei wieder vor allem Referenten mit Themen zur Berliner Stadtgeschichte gesucht und gefunden. Das passte auch gut zu dem Themen der BERLINER SOMMER-UNI 2016 und der anschließenden Vortragsreihe.

Am 05.03.16 hatten wir wieder Gerhard Heinemann vom Stadtmuseum Berlin zu Gast. Er stellte Berlins frühere barocke Mitte (1650-1800) vor als Hintergrund für die in diesem Jahr aktuelle Stadtdebatte zur Gestaltung der Alten Mitte Berlins zwischen Fernsehturm und Spree (altes Stadtschloss/Humboldtforum).

Um Bildungsgeschichte / Bildungsreformen der Weimarer Zeit und der Nachkriegszeit ging es am 02.04.16. Rudolf Rogler, ein ehemaliger Lehrer und Mitarbeiter des Museums Neukölln, zeigte, dass im Berliner Bezirk Neukölln auch früher schon bemerkenswerte Initiativen zur Schulreform entwickelt und erprobt worden sind und einige wichtige Bildungsreformer von dort gestartet sind.

Beim Mitgliedertreffen am 07.05.16 wurden die Planungen für die diesjährige Sommer-Uni zur "Zukunft der Stadt" und die Vortragsreihe "Städtische Lebenswelten im Wandel" vorgestellt.

Mit dem Mitgliedertreffen am 04.06.16 waren wir bei der neuen Leiterin der ZE Wissenschaftliche Weiterbildung und Kooperation der TU Berlin, Frau Prof. Dr. Annette Mayer, zu Gast. Sie stellte ihre Einrichtung und zusammen mit Absolventinnen das Gasthörerstudium BANA vor, das sich speziell auf Themen der Stadtentwicklung bezieht.

Die SOMMER-UNI 2016 haben wir umfangreich und intensiv auf unseren Treffen am 08.10.16 erörtert und Vorstellungen für die Zukunft diskutiert. Dazu gehören auch Anregungen, wie für Mitglieder noch stärker als bisher Möglichkeiten der aktiven Gestaltung unseres Vereinslebens geschaffen werden können.

Am 07.11.16 behandelte Dr. Christoph Bernhardt, Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung, das "Konfliktfeld autogerechte Stadt - Entwicklungslinien und Kontroversen seit 1945" und endete mit der Feststellung, dass es jetzt einen säkularen Umbruch bei der Mobilität gäbe. Bei der wieder gut besuchten Weihnachtsfeier am 03.12.16 bestand der Musikbeitrag darin, dass Herr Klose sein Musikinstrument, das Fagott, vorstellte und vorführte. Jochen Denzin las uns "Die Falle", eine antiautoritäre Weihnachtsgeschichte von Robert Gernhardt, vor.


6. Außenkontakte
Die BERLINER AKADEMIE ist institutionelles Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Weiterbildung und Fernstudium (DGWF) und deren Bundesarbeitsgemeinschaft Wissenschaftliche Weiterbildung für Ältere (BAGWiWA) sowie von European Federation of Older Students (EFOS). Diese Beteiligung am Informationsaustausch der deutschen und zahlreicher europäischer Universitäten und Hochschulen auf dem Gebiet der Weiterbildung für Senioren ermöglicht das Lernen von Erfahrungen und Ideen anderer Einrichtungen.

Die DGWF-Jahrestagung 2016 stand unter dem Thema "Die Vielfalt der Lifelong Learners - Herausforderungen für die Weiterbildung an Hochschulen", an der Ferdinand Nowak teilnahm. Gastgeber für die Zeit vom 14. bis 16. September 2016 war die Universität Wien. Für die wissenschaftliche Weiterbildung kommt es zu einer ständig diversifizierten Nachfrage durch zunehmende Individualisierung und Pluralisierung von Lebensstilen, Lebensläufen und Bildungswegen. Der Markt an Weiterbildungsangeboten in seiner Vielfalt fächert sich dadurch immer weiter auf.

Die Abfolge von Lebens- und Übergangsphasen - wie für den Beruf in Berufsvorbereitung, Berufsarbeit, beruflicher Rückzug und nachberufliche Aktivitäten - wird begleitet von starken Weiterbildungsbedürfnissen. Hierauf können Hochschulen mit adäquaten Angebotsstrategien und entsprechender Programmpolitik für die Lifelong Learners antworten.

Die Tagung bot einen differenzierten Einblick in den aktuellen wissenschaftlichen Diskurs mit drei Hauptreden, sechs Vorseminaren, 18 Workshops in drei Arbeitsgruppen sowie acht Präsentationen. Im Fokus standen dabei die Themenfelder Charakteristika und Heterogenität der Adressatengruppe Lifelong Learners, diversitätsorientierte Weiterbildungsangebote und Lehrformate sowie institutionelle Antworten und organisatorische Prozesse.

Zu den Ergebnissen der Tagung gehörte, dass eine systematische Erfassung der wissenschaftlichen Weiterbildung für Ältere, aus der reflektierbare Erkenntnisse gewonnen werden könnten, erst noch zu entwickeln ist. Auch belastbare Aussagen zu den Interessen von Teilnehmenden sind noch zu begrenzt möglich. Besonders anregend war die Diskussion zu nicht-traditionellen Studienformaten sowie zu den Erfahrungen bei Kooperationen von Hochschulen mit außerhochschulischen Partnern.

Die BAGWiWA-Jahrestagung 2016 fand in der Zeit vom 2. bis 4. März 2016 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Thema "Im Alter neu - Altersbilder an Hochschulen zwischen Fremd- und Selbstwahrnehmung" statt, an der Ferdinand Nowak teilnahm. Im Zentrum stand die Überlegung, dass in unserer Gesellschaft die dominierenden Altersbilder der Vielfalt des Alterns nicht gerecht werden. Da aber Altersbilder große Wirkungskraft auf den Ebenen der Programmplanung und der Teilnahme entfalten sowie die Lehr-/Lernsituation erheblich beeinflussen, thematisierte die Tagung die Fremd- und Selbstwahrnehmung älterer Menschen im Kontext der Hochschulen.

Neben der klassischen Frage nach Bildungsbedarf und Bildungsbedürfnissen ging es vor Allem auch um die Frage, wie sich ältere Teilnehmer an wissenschaftlicher Weiterbildung selbst einschätzen und welche Unterschiede (Region, Hochschule u.a.) konstatiert werden können. Die geringen Wirkungen von Forschungsergebnissen auf Altersbilder wurden anschaulich dargestellt. Ein Schwerpunkt war intergeneratives Lernen und welche Rolle Altersbilder hier spielen.



Der Vorstand
Ferdinand Nowak, Traugott Klose, Carl Brodersen, Maria Romberg, Margot Weiß
Rechenschaftsbericht 2016

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